Pflegefachmann - Pflegefachfrau - Pflegeausbildung - Pflegestudium

Die Pflegeberufe erhalten eine einheitliche Grundlage.

Ziel und Gegenstand der Reform der Pflegeausbildung

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann wird durch ein Pflegestudium ergänzt. Die neuen Regelungen finden Sie hier

Die Pflegeausbildung soll zum Zweck der Steigerung der Qualität der Pflege und Erhöhung der Attraktivität des Pflegeberufs reformiert werden. Es soll
- eine neue generalistische berufliche Pflegeausbildung mit einem einheitlichen Berufsabschluss,
- eine einheitliche Finanzierung mit Schulgeldfreiheit und Ausbildungsvergütung und
- ein Pflegestudium als Ergänzung zur beruflichen Pflegeausbildung
eingefürt werden.

Einheitliche generalistische Pflegeausbildung mit einem Berufsabschluss

Die Sicherung der Fachkräftebasis in der Pflege wird als eine der gesellschaftspolitisch wichtigen Aufgaben der kommenden Jahre gesehen. Grundlage der neuen Pflegeausbildung sind das Pflegeberufsgesetz und die Erkenntnis, dass gute Pflege ohne eine ausreichende Zahl qualifizierter und motivierter Pflegefachkräfte nicht gewährleistet werden kann.

Das Pflegeberufsgesetz soll die langjährig vorbereitete Reform der Pflegeberufe umsetzen.

Das Gesetz führt eine neue, generalistisch ausgerichtete berufliche Pflegeausbildung mit einem Berufsabschluss eint, die die bisherigen Ausbildungen ablöst. Die neue Berufsbezeichnung lautet "Pflegefachfrau" oder "Pflegefachmann".

Weil sich die Versorgungsstrukturen und Pflegebedarfe in der Akut- und Langzeitpflege verändert haben, müssen die Anforderungen an die Pflegefachkräfte ebenfalls angepasst werden. So muss in den Pflegeeinrichtungen mehr und mehr medizinische Behandlungspflege erbracht werden, wohingegen andererseits in den medizinischen Versorgungseinrichtungen der Anteil Pflegebedürftiger, z.B. demenzkranker Menschen, ansteigt. In der neuen Pflegeausbildung werden aus diesem Grunde übergreifende pflegerische Qualifikationen zur Pflege von Menschen aller Altersgruppen in allen Versorgungsbereichen vermittelt: in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege.

Die neue Pflegeausbildung ist eine dreijährige Fachkraftausbildung mit Unterricht an Pflegeschulen und praktischer Ausbildung bei einem Ausbildungsträger und weiteren Einrichtungen. Sie wird mit einer staatlichen Abschlussprüfung abgeschlossen. Die Auszubildenden wählen im Rahmen der praktischen Ausbildung einen Vertiefungseinsatz, der im Zeugnis ausgewiesen wird.

Kostenfreiheit der neuen Pflegeausbildung für Auszubildende, einheitliche Finanzierung

Das Pflegeberufsgesetz statuiert die einheitliche Finanzierung der neuen beruflichen Pflegeausbildung. So können qualifizierte Pflegefachkräfte ohne Deckelung der Ausbildungszahlen zur Sicherung der Fachkräftebasis in der Pflege ausgebildet werden. Ausbildende Einrichtung in der ambulanten oder in der stationären Langzeitpflege zu sein, bedeutet künftig keinen Wettbewerbsnachteil mehr.

Die neue berufliche Pflegeausbildung ist zudem für die Auszubildenden kostenfrei. Sie erhalten eine angemessene Ausbildungsvergütung.

Alle bisher beteiligten Kostenträger sind an der Finanzierung der neuen Pflegeausbildung über Landesausbildungsfonds beteiligt.

Pflegestudium

Wesentlicher Teil der neuen Pflegeberufsausbildung ist auch in Zukunft die berufliche Ausbildung. Ergänzend kommt nun ein berufsqualifizierendes Pflegestudium hinzu.

Gründe hierfür sind die Zunahme hochkomplexer Pflegebedarfe, die zunehmende Multimorbidität der Pflegebedürftigen, der Grundsatz ambulant vor stationär und der technische und wissenschaftliche Fortschritt. Das Pflegestudium wird die berufliche Ausbildung flankieren und zu einem erweiterten Ausbildungsziel.

Ziel der Pflegeausbildung an Hochschulen ist die Förderung des Transfers des stetig fortschreitenden pflegewissenschaftlichen Wissens in die Pflegepraxis und der Innovationsfähigkeit der Pflege aufbauend auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und des technischen Fortschritts.

Das Studium soll wenigstens drei Jahre dauern und mit der Verleihung des akademischen Grades abschließen; die staatliche Prüfung zur Erlangung der Berufszulassung wird Bestandteil der hochschulischen Prüfung. Die Berufsbezeichnung "Pflegefachfrau" bzw. "Pflegefachmann" wird in Verbindung mit dem akademischen Grad geführt. Die Finanzierung richtet sich nach den allgemeinen Grundsätzen der Studienfinanzierung und liegt bei den Ländern.

Die Einführung eines Pflegestudiums, das zur unmittelbaren Pflege qualifiziert, ist ein wichtiges politisches Signal für die Weiterentwicklung der Pflege als Beruf und als eigenständigen Berufsbereich. Das Pflegestudium eröffnet neue Karrieremöglichkeiten und spricht neue Zielgruppen an. Es befriedigt eine Nachfrage nach berufsqualifizierenden Studienangeboten in der Pflege.

Qualität der Pflege weiter verbessern, Attraktivität der Ausbildung steigern

Das neue Pflegeberufsgesetz schafft somit die notwendige Grundlage für eine zukunftsfähige Pflegeausbildung, eine weitere Verbesserung der Pflegequalität und die Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs. Gestärkt wird mit der einheitlichen Ausbildung das Berufsbild "Pflege" und die berufsständische Identifikation.

Es wird eine inhaltliche Modernisierung und Weiterentwicklung der beruflichen Pflegeausbildung geben. So sind Maßnahmen zur Verbesserung des Unterrichts und der praktischen Ausbildung, z.B. durch eine angemessene Praxisanleitung vor Ort, vorgesehen.

Die Pflegeausbildung wird durchlässig. Sie geht von den landesrechtlich geregelten Helferausbildungen über die berufliche Pflegeausbildung bis hin zum Pflegestudium . Das gesamte Berufsfeld wird dadurch aufgewertet.

Beschäftigungssicherheit und Karriereperspektive sind weitere Stichworte. Der neue Pflegeberuf bietet bundesweit mehr und vielfältigere wohnortnahe Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten als die meisten anderen Berufe. Der mit der einheitlichen Pflegeausbildung vereinfachte Wechsel zwischen den Pflegebereichen eröffnet zusätzliche Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten.