Pflegeberufsgesetz als Grundlage

Die Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufsgesetz erstezt die Ausbildungen nach dem Altenpflegegesetz und das Krankenpflegegesetz wurden dadurch abgelöst.

Berufliche Fachausbildung

Der Pflegeberuf ist als berufliche Fachausbildung konzipiert. Das war auch schon bei der Ausbildung zum Altenpfleger bzw. Krankenpfleger der Fall; die fachberufliche Ausbildung in der Pflege hat sich in Deutschland bewährt.

Die berufliche Pflegeausbildung vermittelt das das Fachwissen, das für die selbstständige und prozessorientierte Pflege von Menschen aller Altersstufen in akut und dauerhaft stationären sowie ambulanten Pflegesituationen erforderlich ist.

Die Pflegeausbildung setzt auf ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit und die Befähigung zu multidisziplinärer und interprofessioneller Zusammenarbeit.

Die Pflegeausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre und ist unterteilt in theoretischen und praktischen Unterricht an Pflegeschulen und eine praktische Ausbildung.

Struktur der Pflegeausbildung

Die berufliche Pflegeausbildung beinhaltet theoretische und praktische Unterrichtseinheiten und eine praktischen Ausbildung. Der praktische Ausbildungsanteil überwiegt; das entspricht Vorgaben der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie.

Ausbildungs- und Prüfungsverordnung

Die Einzelheiten des theoretischen und praktischen Unterrichts und der praktischen Ausbildung werden in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung nach § 56 Pflegeberufsgesetz geregelt. Dort finden sich auch die näheren Regelungen zur staatlichen Abschlussprüfung.

Pflegeschulen

Nach § 6 Absatz 2 Pflegeberufsgesetz findet der theoretische und praktische Unterricht an einer Pflegeschule statt. Pflegeschulen sind entweder staatliche Schulen oder sie müssen staatlich anerkannt sein und den Mindestanforderungen nach § 9 genügen. § 60 Pflegeberufsgesetz regelt die Weitergeltung staatlicher Anerkennung von Schulen.

Lehrplan

Der Unterricht folgt einem Lehrplan, den die Pflegeschule erstellt.

Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung findet für alle Auszubildenden in den Einsatzbereichen der allgemeinen Akut- und Langzeitpflege, sowohl ambulant als auch stationär sowie in der pädiatrischen und psychiatrischen Versorgung statt. Mittels eines Vertiefungseinsatzes ist es möglich, in einem dieser Bereiche einen Ausbildungsschwerpunkt zu setzen.

Die praktischen Ausbildung erfolgt auf der Grundlage eines Ausbildungsplans, den der Träger der praktischen Ausbildung (§ 8 Pflegeberufsgesetz) erstellt. Die Auszubildenden leisten im Rahmen der praktischen Ausbildung Pflichteinsätze in den allgemeinen und speziellen Bereichen der Pflege, einen Vertiefungseinsatz sowie weitere Einsätze in den Einrichtungen nach § 7.

Praxisanleitung

Wesentliche Bestandteile der praktischen Ausbildung sind die Praxisanleitung in den Einrichtungen und die Praxisbegleitung durch die Pflegeschule. Praxisanleiter der Auszubildenden sind Beschäftigte in den Einrichtungen, die die Auszubildenden vor Ort in die pflegerischen Aufgaben und Tätigkeiten schrittweise anhand des Ausbildungsplans einweisen und anleiten. Somit spielt die Praxisanleitung eine wesentliche Rolle beim Erwerb der nach diesem Pflegeberufsgesetz beschriebenen Kompetenzen zu. Mit dem Pflegeberufsgesetz sollte eine Aufwertung der Praxisanleitung erzielt werden. Die Praxisanleitung müssen mindestens zehn Prozent der auf den jeweiligen Einsatz entfallenden praktischen Ausbildungszeit umfassen.

Die Pflegeschule unterstützt die praktische Ausbildung durch die von ihr zu gewährleistende Praxisbegleitung vor Ort in angemessenem Umfang.

Qualifizierung der Praxisanleiter

Die Qualifizierung der Praxisanleiter und weitere Einzelheiten sind in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung nach § 56 Pflegeberufsgesetz geregelt.

Die Praxisanleitung in den Einrichtungen sowie die Praxisbegleitung durch die Pflegeschulen sind Teil der Pflegeausbildungskosten nach § 27 Pflegeberufsgesetz.

Kooperationsverträge

Es erfolgt eine enge Zusammenarbeit der Pflegeschule, des Trägers der praktischen Ausbildung sowie den weiteren an der Ausbildung beteiligten Einrichtungen. Um dies abzusichern und erfolgreich zu gestalten, schließen die Beteiligten entsprechende Kooperationsverträge ab. Zwischen der Pflegeschule, insbesondere den für die Praxisbegleitung zuständigen Lehrkräften, dem Träger der praktischen Ausbildung sowie den an der praktischen Ausbildung beteiligten Einrichtungen und den Praxisanleitern soll auf Grundlage der Kooperationsverträge ein regelmäßiger Austausch erfolgen.

Ausbildungsvertrag und Ausbildungsvergütung

Der Träger der praktischen Ausbildung und der Auszubildende schließen einen Ausbildungsvertrag. Es wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt. Der Träger der praktischen Ausbildung ist verantwortlich für die Durchführung der praktischen Ausbildung.

Aufgrund der unterschiedlichen Einsatzbereiche sind in aller Regel mehrere Einrichtungen an der praktischen Ausbildung beteiligt. Die Pflegeschule hat die Gesamtverantwortung für die Koordination des Unterrichts mit der praktischen Ausbildung. Am Ende der Ausbildung steht ein einheitlicher Abschluss in Form einer staatlichen Abschlussprüfung. Das Abschlusszeugnis enthält den in der praktischen Ausbildung gewählte Vertiefungseinsatz.

Teilzeitausbildung möglich

Die Pflegeausbildung kann auch in Teilzeit absolviert werden. Dann verlängert sich die Ausbildungsdauer entsprechend. Erfolgreich abgeschlossene Ausbildungen oder Teile davon können bei Gleichwertigkeit die berufliche Pflegeausbildung verkürzen.

Es gibt besondere Verkürzungsregelungen, die die wichtige Durchlässigkeit im Übergang von Assistenz- und Helferberufen in der Pflege zur Pflegefachkraftausbildung fördern sollen. Durch das Pflegeberufsgesetz gibt es Qualitätsverbesserungen in der Ausbildung (beispielsweise die Aufwertung der Praxisanleitung, Anhebung der Qualifikation des Lehrpersonals).

Finanzierung der Pflegeausbildung

Im Pflegeberufsgesetz wird die einheitliche Finanzierung der beruflichen Pflegeausbildung niedergelegt. Die Finanzierung findet statt über Ausbildungsfonds auf Landesebene, an denen alle Akteure des Pflegebereichs finanziell beteiligt werden. Es besteht ein Umlageverfahren, das Wettbewerbsnachteile für ausbildende Betriebe im Vergleich zu nicht-ausbildenden Einrichtungen vermeidet.

Die Pflegeausbildung ist für die Auszubildenden kostenfrei. Es wird eine angemessene Ausbildungsvergütung gezahlt. Das erhöht die Attraktivität der beruflichen Pflegeausbildung. Beides soll ein wichtiges Signal zur Aufwertung des Pflegeberufs sein, in dem immer noch überwiegend Frauen tätig sind.

Pflegestudium

Das Pflegeberufsgesetz statuiert neben der beruflichen Pflegeausbildung an Pflegeschulen ein Pflegestudium an Hochschulen.

Alte Berufsbezeichnungen gelten fort

Im Pflegeberufsgesetz sind Übergangs- und differenzierte Inkrafttretensregelungen enthalten, so dass eine nachhaltige Umsetzung der Reform sowie den Erhalt der heutigen Ausbildungsangebote bei einem angestrebten weiteren Ausbau der Ausbildungszahlen möglich sind.

Die bisherigen Berufsbezeichnungen in der Pflege nach dem Altenpflegegesetz und dem Krankenpflegegesetz gelten fort. Man kann einen Antrag auf eine Umschreibung auf die neue Berufsbezeichnung stellen.