Entsprechend der Vorgaben in § 5 Absatz 4 PflBG muss das Studium derart ausgestaltet sein, dass die Studierenden ein professionelles, ethisch fundiertes Pflegeverständnis und insbesondere ein berufliches Selbstverständnis während der hochschulischen Pflegeausbildung entwickeln.

Praktische Pflege

Die hochschulische Pflegeausbildung berechtigt und qualifiziert zur unmittelbaren Pflege im Sinne des § 5 Absatz 2 PflBG von Menschen aller Altersstufen. Die Studierenden bekommen die Kompetenzen und Ausbildungsinhalte vermittelt, die die berufliche Pflegeausbildung zur selbstständigen, umfassenden und prozessorientierten Pflege umfasst.

Erweitertes Ausbildungsziel

Das Pflegestudium verfolgt darüber hinaus ein erweitertes Ausbildungsziel.

Das erweiterte Ausbildungsziel beinhaltet zum einen die, einem Studium immanente, Kompetenzvermittlung auf wissenschaftlicher Grundlage und Methodik.

Außerdem gibt § 37 Absatz 3 PflBG die Erlangung weiterer Kompetenzen als Ziel vor. Das sind beispielsweise die Befähigung, hochkomplexe Pflegeprozesse auf der Grundlage wissenschaftsbasierter Entscheidungen steuern und gestalten zu können sowie vertieftes Wissen über Grundlagen der Pflegewissenschaft anzuwenden und dadurch die Weiterentwicklung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung maßgeblich mitzugestalten.

Die Studierenden sollen befähigt werden, sich Forschungsgebiete der professionellen Pflege selbstständig zu erschließen sowie forschungsgestützte Problemlösungen und neue Technologien in das berufliche Handeln übertragen zu können, um die Versorgungsqualität weiter zu verbessern.

Sie sollen lernen, eigene berufsbezogene Fort- und Weiterbildungsbedarfe, aber auch die jeweiligen Bedarfe im Pflegeteam zu erkennen.

Die Studierenden werde befähigt kritisch-reflexiv und analytisch mit theoretischem und praktischem Wissen umzugehen, neue Lösungsansätze zu entwickeln und auch in den beruflichen Alltag zu implementieren.

Sie erhalten durch das Studium die Fähigkeit, an der Entwicklung von Qualitätsmanagementkonzepten, Leitlinien und Expertenstandards mitzuwirken.

Eigene Verantwortung

Bei der Verwendung des Begriffs „selbstständig“ wurde wie bei der beruflichen Ausbildung nach Teil 2 des Pflegeberufsgesetzes auf die Erläuterungen zu den Begrifflichkeiten des Deutschen Qualifikationsrahmen (vgl. DQR-Handbuch Stand 1.8.2013, Glossar) abgestellt. Der Begriff umfasst danach insbesondere auch das Element des Tätigwerdens in eigener Verantwortung.

Ermessensspielraum der Hochschule

Darüber hinaus kann jede Hochschule nach eigenem Ermessen die Vermittlung zusätzlicher Kompetenzen im Studienplan vorsehen, soweit das Ausbildungsziel der hochschulischen Ausbildung hierdurch nicht gefährdet wird.

Die Hochschulen erhalten somit die Möglichkeit, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben eigene Profile zu entwickeln.

Modellstudiengänge sind möglich

§ 14 findet auf die hochschulische Pflegeausbildung entsprechende Anwendung. Damit können nach den Vorgaben von § 14 zur zeitlich befristeten Erprobung von Ausbildungsangeboten, die der Weiterentwicklung des Pflegeberufs im Rahmen von Modellvorhaben nach § 63 Absatz 3c SGBV dienen, über die in § 37 i.V.m. § 5 beschriebenen Aufgaben hinausgehende erweiterte Kompetenzen zur Ausübung heilkundlicher Tätigkeiten auch an Hochschulen vermittelt werden.